Otto Rehhagel

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Otto Rehhagel
Spielerinformationen
Voller Name Otto Rehhagel
Geburtstag 9. August 1938
Geburtsort Essen, Deutschland
Position Trainer (früher Abwehr/Mittelfeld)
Vereine als Aktiver1
Jahre Verein Spiele (Tore)
1960–1961
1961–1963
1963–1965
1965–1966
1966–1972
Rot-Weiss Essen (OL)
Rot-Weiss Essen
Hertha BSC (BL)
Hertha BSC (RL)
1. FC Kaiserslautern (BL)
30 (1)
? (?)
53 (6)
? (?)
148 (17)
Stationen als Trainer
1974–1975
1976
1976–1978
1978–1979
1979–1980
1981–1995
1995–1996
1996–2000
2001–
Kickers Offenbach
Werder Bremen
Borussia Dortmund
Arminia Bielefeld
Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen
FC Bayern München
1. FC Kaiserslautern
Griechische Fußballnationalmannschaft

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
2Stand: 24.05.2009

Otto Rehhagel (* 9. August 1938 in Essen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.

Spieler

Von 1960 bis 1963 spielte er bei Rot-Weiss Essen, danach von 1963 bis 1965 in der neu gegründeten Bundesliga bei Hertha BSC. Anschließend spielte er von 1966 bis 1972 für den 1. FC Kaiserslautern, wo er auch seine Karriere als Fußballer beendete. Insgesamt absolvierte er in seiner aktiven Zeit 201 Bundesliga-Spiele, in denen er 22 Tore erzielte.

Trainer

Deutschland

Seit dem 2. April 1974 arbeitet Otto Rehhagel als Trainer, zuerst - bis zum 9. Dezember 1975 - trainierte er Kickers Offenbach, danach vom 29. Februar bis zum 30. Juni 1976 Werder Bremen, dann Borussia Dortmund. Tiefpunkt war hier die 0:12-Niederlage am letzten Spieltag der Saison 1977/1978 gegen Borussia Mönchengladbach - bis heute das höchste Ergebnis der Bundesligageschichte. Von Oktober 1978 bis Juni 1979 trainierte Rehhagel das Team von Arminia Bielefeld, danach ab Oktober 1979 Fortuna Düsseldorf (bis Dezember 1980). Am 2. April 1981 übernahm Rehhagel zum zweiten Mal das Team von Werder Bremen, diesmal für mehr als 14 Jahre (bis zum Ende der Saison 1994/95). Von Juli 1995 bis April 1996 war Rehhagel Trainer des FC Bayern München, von Juli 1996 bis Oktober 2000 trainierte er den 1. FC Kaiserslautern.

Seine größten Erfolge als Vereinstrainer feierte Otto Rehhagel mit Werder Bremen. Den Europapokal der Pokalsieger 1992 holte das Bremer Team unter Rehhagel, 1988 und 1993 die Deutsche Meisterschaft sowie 1991 und 1994 den DFB-Pokal. 1980 hatte Rehhagel den Pokal bereits mit Fortuna Düsseldorf geholt, es war der erste Titelgewinn seiner Trainerkarriere gewesen. In der Saison 1997/998 wurde er Deutscher Meister mit dem 1. FC Kaiserslautern. Er hatte das Team nach dessen Bundesligaabstieg 1996 als Zweitligisten übernommen und zurück in die erste Liga geführt. Es war das erste und bisher einzige Mal in der Geschichte der Bundesliga, dass ein Aufsteiger den Titel gewann. Auch der UEFA-Pokalsieg des FC Bayern München im Jahr 1996 war im Grunde ein Erfolg Otto Rehhagels. Der Trainer hatte das Team ins Finale geführt, wurde aber unmittelbar vor dem Endspiel von den Münchnern entlassen.

Insgesamt hat Otto Rehhagel 820 mal als Bundesliga-Trainer auf der Bank gesessen. Er hält damit den Ligarekord mit einem komfortablen Vorsprung von 255 Spielen vor Erich Ribbeck. Er ist der Trainer sowohl mit den meisten Siegen (387), den meisten Unentschieden (205) als auch mit den meisten Niederlagen (228), den meisten Toren (1473) und den meisten Gegentoren (1142) der Bundesligageschichte. Zählt man seine Einsätze als Spieler mit, so war er als bisher einziger Aktiver über 1000-mal in der Bundesliga dabei. Er war Trainer des Verlierers bei der höchsten Bundesliga-Niederlage (Borussia Dortmund, 0:12 gegen Borussia Mönchengladbach am 29. April 1978), was ihm den Spitznamen Otto Torhagel in Dortmund sicherte, war aber später auch Trainer der Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren (Werder Bremen, 1987/88]], 22 Gegentore in 34 Spielen [Rekord hielt bis 2009], Rehhagel prägte für sein System den Namen „kontrollierte Offensive“) und war Trainer der Torschützenkönige Rudi Völler und Mario Basler.

Charakteristisch für seine Arbeitsweise war, dass er, soweit ihm dies sein Status erlaubte, überall die alleinige Autorität über sportliche Belange beanspruchte. In Bremen und Kaiserslautern, wo ihm dies ermöglicht wurde, hatte er Erfolg, in München, wo dies nicht möglich war, bekam er Probleme. Seine Mannschaft musste eine "verschworene Gemeinschaft" sein und war dies z. B. in Bremen auch weitgehend. Einflussnahme von außen wurde von ihm als störend angesehen, den Anspruch der Öffentlichkeit, über interne Vorgänge informiert zu werden oder Begründungen für Entscheidungen zu erhalten, wies er immer zurück. Typisch für ihn war dementsprechend ein schlechtes Verhältnis zu den Medien, insbesondere den Boulevardmedien und ihren Vertretern, deren Interessen Rehhagel als anmaßend empfand.

Griechenland

Rehhagel gibt bei einem Spiel der griechischen Nationalmannschaft letzte Anweisungen vor der Einwechslung (c)Obersachse/wikipedia (Lizenz: [2])

Seit dem 9. August 2001 ist er Trainer der griechischen Nationalmannschaft. Sein Debüt als griechischer Nationaltrainer am 5. September 2001 beim WM-Qualifikationsspiel in Finnland missglückte jedoch mit einem 1:5 gegen die Nordeuropäer.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 sorgte Otto Rehhagel bereits im Eröffnungsspiel mit einem 2:1-Erfolg gegen die portugiesische Nationalmannschaft für eine Sensation und erreichte auf Grund eines besseren Torverhältnisses das Viertelfinale. Im weiteren Verlauf des Turniers bezwang die griechische Nationalmannschaft durch konsequente Manndeckung und ihr herausragendes Defensivverhalten die hoch gehandelten Favoriten aus Frankreich und Tschechien. Sie stand damit im Endspiel gegen die Gastgeber aus Portugal und entkräftete damit Kritiken wegen ihrer veralteten Spielweise.

Am 4. Juli 2004, auf den Tag genau fünfzig Jahre nach dem Wunder von Bern, wurde der inzwischen als Ehrenbürger von Athen ausgezeichnete Trainer als Außenseiter Europameister, indem er durch einen erneuten Sieg gegen die portugiesische Nationalmannschaft für eine der größten Überraschungen in der europäischen Fußballgeschichte sorgte. Otto Rehhagel war damit der erste ausländische Trainer, der mit einer Nationalmannschaft Europameister wurde.

Auf Grund dieses Triumphes wurde Rehhagel von der Boulevardpresse „Rehakles“ (Ableitung von Herakles) genannt. In Deutschland ist er auch als „König Otto“ bekannt - und dies bereits, als er noch Trainer des SV Werder Bremen war.

Das Angebot des DFB, Bundestrainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft zu werden, lehnte Otto Rehhagel 2004 ab. Zuvor hatte der EPO bereits angekündigt, eine Freigabe nicht erteilen zu wollen, zumal Rehhagel noch einen Vertrag bis 2006 besaß. Sogar die stellvertretende Kulturministerin Griechenlands Fani Palli-Petralia wirkte auf Rehhagel ein: „Notfalls werden wir Sie am Dach des Olympiastadions festbinden, damit Sie nicht weggehen.“

Vielfach wurde in Deutschland kritisiert, dass er keinen modernen Fußball spielen lasse. Insbesondere die Defensivausrichtung und die Rückkehr zum Spiel mit Dreierkette und Libero wurden kritisiert. Ebenso wurde die Ansicht vertreten, gegen Rehhagel spräche sein Mangel an einer in der heutigen Zeit vermeintlich unabdingbaren Kooperationsbereitschaft mit den Massenmedien. Auf Kritik zu seiner älteren Taktik reagierte er in einem Interview mit dem Satz „Modern spielt, wer gewinnt.“

Am 8. August 2004 durfte er die Olympische Fackel über die 2500 m lange Rio-Andirrio-Brücke von Andirrio nach Rio (Griechenland) tragen.

Otto Rehhagel wurde von der International Federation of Football History & Statistics|IFFHS]] zum Weltnationaltrainer des Jahres 2004 gewählt.

Am 14. November 2005 bestätigte Otto Rehhagel, dass er seinen Vertrag als griechischer Nationaltrainer für weitere zwei Jahre verlängert hat, da er so sehr von der Begeisterung und den Emotionen der Fans, des Verbandes und den Spielern ergriffen war, dass es für ihn keinen anderen Ausweg gab, als seinen Vertrag zu verlängern. Dieses sei für ihn ein einmaliges und noch nie da gewesenes Erlebnis in seinem Leben gewesen, so dass Otto Rehhagel schließlich als der am längsten amtierende Nationaltrainer des griechischen Fußballverbandes avancierte, wobei seine Jahresgage auf ca. 800.000 Euro beziffert wird.

Durch einen 1:0-Erfolg in der Türkei am 17. Oktober 2007 gelang Rehhagel mit Griechenland die vorzeitige Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz.

Den Europameistertitel konnte die griechische Nationalmannschaft nicht erfolgreich verteidigen. Nach zwei Niederlagen in der Vorrunde (0:2 gegen Schweden und 0:1 gegen Russland) schied die Mannschaft unter Otto Rehhagel vorzeitig aus dem Turnier.

Spielsystem

Mit der griechischen Nationalmannschaft bevorzugt Rehhagel meist ein 4-3-3-System. Bei der Europameisterschaft 2004 spielte die griechische Nationalmannschaft mit einem 3-3-3-1 System.

Politik

Otto Rehhagel nahm 1999, von der CDU nominiert, als Mitglied der Bundesversammlung an der Bundespräsidentenwahl teil.

Kontroverses

Nach dem Spiel zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld am 14. August 1981, bei dem Ewald Lienen durch ein Foul des Bremers Norbert Siegmann schwer verletzt wurde, bezichtigte ihn Lienen, Siegmann zum absichtlichen Foulspiel aufgestachelt zu haben. Lienen hatte eine zirka fünfundzwanzig Zentimeter lange offene Fleischwunde am Oberschenkel erlitten. Nachdem es vor dem Rückspiel am 23. Januar 1982 zu Morddrohungen gegen Rehhagel gekommen war, trug dieser während des Spiels eine schusssichere Weste und erhielt auf der Trainerbank Polizeischutz.[1]

Ehrungen und Auszeichnungen

  • Grieche des Jahres 2004 - gewählt von den Lesern der griechischen Tageszeitung Ta Nea, erhielt als erster Ausländer überhaupt diese Ehrung
  • Juli 2004: Otto Rehhagel wird Ehrenbürger der Stadt Athen.
  • 2005: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 15. Mai 2005: Otto Rehhagel und die Griechische Nationalmannschaft erhalten den Laureus World Sports Awards|Laureus World Sports Award als "Mannschaft des Jahres"

Erfolge als Trainer

  • Europameister: 2004
  • Europapokalsieger der Pokalsieger]]: 1992
  • Deutscher Fußball-Meister: 1988, 1993, 1998
  • Vize-Meister: 1983, 1985, 1986, 1995
  • DFB-Pokal-Sieger: 1980, 1991, 1994
  • DFB-Pokal-Finalist: 1989, 1990
  • Deutscher Supercupsieger: 1988, 1993, 1994

Persönliche Erfolge als Trainer

  • Weltnationaltrainer: 2004

Einzelnachweise

  1. [1] Sportgeschichte: Foul mit schlimmen Folgen: Siegmann fällt Lienen, DerWesten, 14.08.2008

Weblinks



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